evm-Junior-Cup geht nach Leverkusen
SG 2000 glänzt organisatorisch und sportlich

 

Ergebnise und Platzierungen ►

 

Die U13 von Bayer Leverkusen darf den Wanderpokal nun für ein Jahr in Leverkusen aufstellen. Es gratulierten Kirchblütenkönigin Franziska I., sowie die Beigeordneten Gerd Harner und Bernd Bruckner, die für die evm und die Stadt Mülheim-Kärlich vor Ort waren.

Das prominenteste Lob kam ganz zum Schluss, als kaum noch jemand in der Halle war und die fleißige SG-Helferschar sich mitten in dem Aufräumarbeiten befand. „Das war ein großartiges Turnier“ sagte zum Abschied kein geringerer als Michael Kammerer, Geschäftsführer der Bundesligisten Mainz 05. Er hatte die U13 des FSV begleitet, sein Sohn Felix stand mit aufgewühltem Gesicht neben ihm. Die D-Junioren der 05er hatten zwei Sekunden vor Schluss im Finale gegen Bayer Leverkusen das entscheidende 0:1 kassiert. „Die Kids können stolz sein, aber enttäuscht sind sie trotzdem“, verriet der Bundesliga Macher und machte sich mit dem Pokal für Platz 2 im Gepäck auf den Heimweg.

 

So stark waren die Landeshauptstädter in der 13-jährigen Turniergeschichte noch nie aufgetreten. Der Finalgegner aus Leverkusen konnte schon 2004, 2008 und 2011 den Junior-Cup in Mülheim-Kärlich gewinnen. Mit dem nun vierten Sieg rücken Sie dem bisher fünffachen Titeljäger Borussia Dortmund auf die Pelle. Die Westfalen landeten dieses Mal nur auf Platz 5. Im Viertelfinale war der 1.FC Köln ein Tor besser. Die technisch versierten Domstädter wurden letztlich Dritter vor der Frankfurter Eintracht. Im Halbfinale trennten sich die Kölner im Derby 2:2 von Bayer Leverkusen. Im anschließenden 9-Meter-Schießen zeigten die Werkself-Bubis keine Nerven und verwandelten alle.

 

Im Endspiel über 1x10 Minuten standen die Zeichen eigentlich auch schon auf 9-Meter, bis Volkan Ballicalioglu den besten Keeper des Turniers Aki Koch aus spitzem Winkel doch noch bezwingen konnte. Dies geschah zwei Sekunden vor der Schlusssirene und hinterließ enttäuschte Mainzer und ausgelassene Leverkusener.

 

Nicht von ungefähr entschied der kleine Türke im Bayer-Dress das Finale, die anwesenden Coaches hatten ihn vorher schon zum besten Spieler des Turniers gewählt. Die Trophäe des besten Torschützen ging an den sieben Mal erfolgreichen Giancarlo Loré vom 1.FC Köln.

 

Die gastgebende SG 2000 Mülheim-Kärlich erhielt gleich zwei der sechszehn zu vergebenen Pokale. Zum ersten Mal in der Turnier- und Vereinsgeschichte schafften die Hausherren das Kunststück, über das regionale Qualifikationsturnier am Vortag ein zweites Team für das Hauptturnier zu qualifizieren. Der als D3 gestartete halbe Kader von Andreas Vulicevic und Marco Jost schaffte am frühen Sonntagmorgen direkt eine Sensation, als der 1.FC Nürnberg mit 3 zu 0 besiegt werden konnte. Der am Ende zwölfte Platz für die D3 und Platz 14 für die D1 bedeuteten ein sensationelles Auftreten der Einheimischen. „Das waren sechs unfassbare Wochen für uns alle“, sprudelte es nach der Siegerehrung aus Marco Jost, denn Anfang November hatten die SG D-Junioren ja eine 10-tägige Fußballexkursion nach China erleben dürfen. Getragen von einer ansteckenden Euphorie und einem einmaligen Zusammenhalt präsentierten sich die Mülheim-Kärlicher Kinder, Trainer und Eltern als perfekte Gastgeber. Die Philipp-Heift-Halle platzte dabei sonntags aus allen Nähten. „Sowas ist ja schwer zu toppen, aber wir dürfen festhalten, dass es ein geradezu perfekter Tag war“. Turnierchef Konrad Urmetzer zeigte sich ebenso glücklich, wie ermattet am Ende der drei tollen Tage. „Im Vorfeld war ich dieses Mal schon etwas nervöser, als zuvor.“ Technische Probleme in der Halle sorgten für etwas Unruhe. „Aber die Stadt hat mit ihren Mitarbeitern alles dafür getan, dass die Hallenbeschallung und die Anzeigentafel doch noch funktionierten. Da können wir nur Danke sagen“.

 

„Danke“ sagten bei der Verabschiedung auch alle Gäste. Mit Dortmund, Nürnberg, Leipzig und Titelverteidiger Stuttgart waren vier Teams schon am Vortag angereist und wurden freundlich in Gastfamilien aufgenommen. „Hier spürt man das enorme Engagement von Betreten der Halle bis zum Abschied“. Den Worten vom Mainzer Profi Michael Kammerer zum Abschied ist nicht mehr viel hinzuzufügen, außer dass die nächste Auflage des evm-Junior-Cup schon auf den 10. Dezember 2017 terminiert ist.