Nürnberg nimmt den Cup mit

Gäste der SG 2000 haben Spaß

Jedes der bisher 17 Turniere hatte seinen eigenen Charakter und auch das 18. war wieder besonders. Zum ersten Mal in der Geschichte des evm Junior-Cups wurde das Hauptturnier am Sonntag mit 12 Teams gespielt, statt der 16 in den Vorjahren. „Die Idee war mehr Spielzeit für die Teilnehmer und das kam gerade bei den großen Clubs gut an“, fasste Jürgen Hörter zusammen. Der Jugendleiter der SG 2000 hatte sich vor dem Turnierende ein erstes Feedback von den Coaches der Gästeclubs abgeholt, und das fiel durchweg positiv aus. Dass dabei der Turniersieger besonders euphorisch klang, wundert wenig. „Ein überragendes Turnier“, nannte es Michael These. Der U13-Coach des 1. FC Nürnberg hielt am Ende mit seinen Schützlingen den großen Pott in den Händen. „Wir stellen den Wanderpokal morgen früh bei Dieter Nüssing auf den Schreibtisch“, freute sich These schon riesig auf das Gesicht des Chef-Scouts der Franken, der gebürtig aus Koblenz-Güls kommt und ein besonderes Verhältnis zum Junior-Cup pflegt. Bei den Club-Siegen 2009 und 2017 war Nüssing noch vor Ort gewesen, dieses Mal hat er sich den Pokal als Mitbringsel gewünscht.

Nach einem 2:1 Finalsieg über Eintracht Frankfurt bejubelten die rot-schwarzen Youngsters den Erfolg in der Heift-Halle. Den Grundstein legten die späteren Sieger schon im Halbfinale gegen den starken 1. FC Köln, als ein wahrer Krimi über 10 Minuten mit 4:3 gewonnen wurde. „Ein atemberaubendes Spiel“, befand auch Jürgen Hörter, der sich stellvertretend für alle Gastgeber auch sehr über die positiven Rückmeldungen der Gasteltern freute. Sowohl die Jungs aus Nürnberg, als auch von VfB Stuttgart übernachteten in SG-Familien und das funktionierte wieder einmal reibungslos. „Die Gasteltern waren sehr nett, überhaupt kann man sich hier nur wohlfühlen“, gab Michael These den positiven Eindruck zurück.

Auch die Gäste von Entente Sportive Molsheim Ernolsheim fühlten sich wohl. Die Teilnahme der Franzosen bedeutete eine Premiere. Sportlich lief das internationale Turnier für den Partnerclub von Racing Straßburg suboptimal. Im Neunmeterschießen um Platz 11 unterlagen die Franzosen gegen die Gastgeber, die so mit einem Erfolgserlebnis das Turnier beenden konnten. Trotzdem war Entente-Trainer Cyridle Imbernon voll des Lobes, was das Turnier betraf: „Das hat Spaß gemacht und die Betreuung war excellent.“

Der stellvertretende Jugendleiter Martin Günzel kümmerte sich fast Tag und Nacht um die Premierengäste und mit Ariane Sprungmann stellte sich eine Mülheim-Kärlicherin als Dolmetscherin zur Verfügung. Den Kontakt hatte Martina Böth-Baulig hergestellt. Die neue Beigeordnete der Stadt half mit ihrem Mann Guido darüber hinaus einmal mehr im Vereinsheim bei der Mittagsverpflegung der Gastteams, „weil es Spaß macht.“ Mehr als 60 Helferinnen und Helfer waren wieder im Einsatz, um über drei Tage ideale Bedingungen zu schaffen. „Das war perfekt“, befand Giacome Fae, der Trainer der Spvgg 05 Frankfurt-Oberrad. Er konnte sich ein Urteil erlauben, denn er war mit seinen Jungs zwei Tage dabei. Dies erspielten sich die Hessen am Samstag als Sieger des Qualifikationsturniers. Mit Hassia Bingen und TuS Koblenz konnten sich zwei weitere von 16 angereisten Teams für das Hauptturnier qualifizieren. Bingen sollte 9. werden, die TuS sogar 6. Den Vogel schossen aber die Oberrader ab, die bis ins Halbfinale eindringen konnten. Da war dann der Kooperations-Partner Eintracht Frankfurt zu stark. Aber letztlich ist der vierte Platz eine Sensation. Immerhin landeten Stuttgart, Mainz, Düsseldorf und Kaiserslautern hinter dem Qualifikanten.

Die Wahl zum besten Spieler fiel prompt auf Nathan Büker von der Spvgg Oberrad. Zum besten Torhüter wurde Max Röder vom 1. FC Nürnberg gewählt und die Torjägertrophäe holte sich mit neun Torerfolgen Julian Ott, auch vom Turniersieger. Somit könnte Michael These dem Chef-Scout sogar drei Trophäen auf den Schreibtisch stellen. Den Wanderpokal werden die Franken für den 13. Dezember 2020 wieder mitbringen. „Dann wird Dieter Nüssing wieder persönlich mit dabei sein wollen“, richtete der Coach noch aus, bevor sich die Gewinner auf die weite Heimfahrt machten. Die Arbeiten für die nächste Auflage laufen schon auf Hochtouren“, verriet Jürgen Hörter, kurz bevor er gemeinsam mit den nimmermüden Konrad Urmetzer, Peter Dewald, Andreas Mattlener, Martin Günzel und Dennis Distelkamp sowie allen weiteren Mitstreitern die Heift-Halle nach gefühlten 72 Stunden am Stück verlassen sollte.

Der Club aus Nürnberg holte sich zum dritten Mal den Wanderpokal beim evm Junior-Cup.

Die Jungs des Gastgebers konnten mit ihren Leistungen und Platz 11 zufrieden sein.